Nachhilfe oder Lerncoaching - was passt zu meinem Kind?
Viele Eltern stehen vor derselben Frage: Das Kind kämpft mit den Hausaufgaben, die Noten rutschen ab, oder die Motivation fürs Lernen fehlt komplett. Der erste Reflex ist meist «wir brauchen Nachhilfe». Aber ist das wirklich die richtige Lösung? Nicht immer. Nachhilfe und Lerncoaching setzen an ganz unterschiedlichen Punkten an, und wer den Unterschied kennt, findet schneller die passende Unterstützung. Denn wie gut ein Kind lernt, hängt nicht nur vom Stoff ab, sondern auch davon, wie es über sich selbst und sein Lernen denkt.
Was ist Nachhilfe?
Nachhilfe konzentriert sich auf den Schulstoff selbst. Eine Nachhilfelehrperson erklärt Mathe-Formeln, übt Französisch-Vokabeln oder geht Physik-Aufgaben noch einmal durch. Nachhilfe ist sinnvoll, wenn ein Kind in einem bestimmten Fach fachlich den Anschluss verloren hat und gezielten Input braucht, um Lücken zu schliessen.
Was ist Lerncoaching?
Lerncoaching setzt einen Schritt früher an. Statt am Schulstoff zu arbeiten, geht es um das Wie des Lernens: Wie organisiere ich mich? Wie gehe ich mit Prüfungsangst um? Warum verliere ich beim Lernen ständig die Motivation? Wie lerne ich, selbstständig Verantwortung für die eigenen Aufgaben zu übernehmen? Oft steckt hinter solchen Fragen auch, wie ein Kind über sich selbst und seine Fähigkeiten denkt. Gedanken wie «Das schaffe ich sowieso nicht» beeinflussen, wie es sich beim Lernen fühlt und wie viel es sich zutraut. Im Lerncoaching geht es deshalb auch darum, solche inneren Muster sichtbar zu machen und dem Kind zu helfen, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, denn dieses Vertrauen in die eigene Wirksamkeit ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass neue Strategien überhaupt greifen.
Ein Kind kann in allen Fächern fachlich gut sein und trotzdem an genau diesen Punkten scheitern, dann hilft noch so viel zusätzlicher Fachunterricht wenig. Lerncoaching setzt hier an: bei den Strategien, der Haltung zum Lernen und der Selbstorganisation, nicht beim einzelnen Schulfach.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
Fokus: Nachhilfe arbeitet am Fachwissen, Lerncoaching an der Art zu lernen.
Ziel: Nachhilfe schliesst kurzfristig Wissenslücken, Lerncoaching baut langfristig Selbstständigkeit auf.
Dauer: Nachhilfe läuft oft, solange der Bedarf in einem Fach besteht. Beim Lerncoaching richtet sich die Anzahl der Sitzungen nach dem individuellen Bedarf. In der Regel sind 5 bis 10 Sitzungen sinnvoll, um nachhaltige Erfolge zu erzielen. Je nach Situation kann auch ein längerer Begleitzeitraum sinnvoll sein.
Typische Themen: Bei Nachhilfe stehen Mathe, Sprachen oder Naturwissenschaften im Zentrum. Beim Lerncoaching geht es um Prüfungsangst, Lernorganisation, Motivation, Konzentration und den Umgang mit Druck.
Grundhaltung: Nachhilfe ist meist stoffzentriert. Lerncoaching arbeitet ressourcenorientiert, es setzt also bei dem an, was ein Kind bereits kann und mitbringt, statt sich auf die Defizite zu konzentrieren.
Woran erkenne ich, was mein Kind eher braucht?
Ein paar Leitfragen helfen bei der Einschätzung:
Hat mein Kind vor allem in einem bestimmten Fach Mühe, versteht den Stoff aber grundsätzlich, wenn es ihm erklärt wird? Das spricht eher für Nachhilfe.
Hat mein Kind eher generell Mühe mit dem Lernen, schiebt Aufgaben auf, wird bei Prüfungen blockiert, weiss nicht, wie es sich organisieren soll, auch wenn der Stoff fachlich nicht das Problem ist? Das spricht eher für Lerncoaching.
Spricht mein Kind eher abwertend über sich selbst, etwa «Ich bin einfach zu dumm dafür», obwohl es das fachlich gar nicht ist? Auch das deutet eher auf Lerncoaching hin, denn hier geht es weniger um fehlendes Wissen als um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Manchmal ist auch eine Kombination sinnvoll: Erst im Lerncoaching die Grundlagen fürs eigenständige Lernen schaffen, danach gezielt Nachhilfe in einem Fach in Anspruch nehmen, wenn punktuelle Lücken bleiben.
Wie läuft ein Lerncoaching konkret ab?
Bei lernsmart.ch in Bad Ragaz beginnt jedes Lerncoaching mit einem kostenlosen, unverbindlichen Erstgespräch. Darin schauen wir gemeinsam an, wo genau die Herausforderung liegt und ob Lerncoaching der richtige Ansatz ist. Danach arbeiten wir in Einzelsitzungen an konkreten Strategien, zugeschnitten auf die Situation deines Kindes, nicht nach Schema F. Je nach Bedarf gibt es auch die Möglichkeit für Elterncoaching oder das Lernen in einer Kleingruppe mit anderen Kindern in ähnlicher Situation. Mir ist dabei wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind aufzubauen: Erst wenn es sich sicher und akzeptiert fühlt, kann es offen über Ängste, Blockaden oder Selbstzweifel sprechen. Meine Arbeit stützt sich auf anerkannte psychologische Erkenntnisse zu Motivation, Selbstwirksamkeit und Lernstrategien und setzt bei den Stärken und Ressourcen an, die dein Kind bereits mitbringt.
Ich bin ausgebildet an der Akademie für Lerncoaching von Fabian Grolimund und Stefanie Rietzler. Mehr über mich und meinen Werdegang liest du auf Über mich.
Gerne empfehle ich dir die Webseite mit-kindern-lernen.ch von der Akademie für Lerncoaching. Die Seite bietet wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Unterstützung für den Schul- und Hausaufgabenalltag.
Fazit
Nachhilfe und Lerncoaching schliessen sich nicht aus, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Wer unsicher ist, was im eigenen Fall passt, muss das nicht allein herausfinden. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam an, was deinem Kind wirklich weiterhilft. Am Ende geht es nicht nur darum, kurzfristig bessere Noten zu erreichen, sondern darum, dass dein Kind langfristig wieder Freude am Lernen und Vertrauen in sich selbst findet. Weitere Fragen zu Kosten, Sitzungsdauer und Terminvereinbarung beantworten wir dir gerne, auch in unseren FAQ.